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Medienkompetenz-Tandems Newsletter im Juli 2026

Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,

die Sommerferien sind in greifbarer Nähe – und bis dahin gilt es noch, die letzten Schulwochen mit Abschlussprüfungen, Exkursionen, Schulkonzerten, Projekten, Zeugnissen und zahlreichen organisatorischen Aufgaben zu meistern. Wir wünschen Ihnen dafür viel Kraft, Gelassenheit und viele schöne Momente mit Ihren Schülerinnen und Schülern.

In dieser Ausgabe haben wir wieder einige spannende Neuigkeiten und Materialien aus der digitalen Bildung für Sie zusammengestellt. Viel Freude beim Lesen und Ausprobieren!

Wir wünschen Ihnen schon jetzt erholsame Sommerferien, Zeit zum Abschalten und einen guten Start in das neue Schuljahr.

Eure
Signaturen
Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 entwickelt Bayern seine Prüfungskultur konsequent weiter. Bewährte Leistungsnachweise bleiben erhalten, werden aber durch innovative Formate wie Debatten, Erklärvideos, Podcasts, E-Portfolios oder projektorientierte Leistungsnachweise sinnvoll ergänzt. Gleichzeitig rücken lernförderliches Feedback sowie die gezielte Förderung von Lern- und Prüfungskompetenzen stärker in den Mittelpunkt. Auch digitale Endgeräte und datenschutzkonforme KI-Anwendungen können künftig – innerhalb klarer rechtlicher Rahmenbedingungen – stärker in Lern- und Prüfungsprozesse eingebunden werden. Ziel ist eine Prüfungskultur, die Fachwissen ebenso sichtbar macht wie Problemlösefähigkeit, Kreativität, Transferleistungen und den reflektierten Umgang mit digitalen Technologien. Schulen erhalten dafür mehr pädagogische Gestaltungsspielräume sowie umfangreiche Unterstützungsangebote durch KM, ISB und ALP.

Auch bei unserem nächsten Präsenztreffen der MEKO-Tandems der oberfränkischen Realschulen wird die neue digitale Prüfungskultur eines der Schwerpunktthemen sein. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die rechtlichen Neuerungen, konkrete Praxisbeispiele und die Frage, wie zeitgemäße Leistungsnachweise im Unterricht sinnvoll umgesetzt werden können.
Sexualisierte Darstellungen von Kindern und Jugendlichen, Deepnudes und die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Bilder gehören zu den drängendsten Herausforderungen der Medienbildung. klicksafe hat dazu sein Materialangebot deutlich erweitert und stellt praxisnahe Unterrichtsmaterialien, Hintergrundinformationen sowie Handreichungen für Lehrkräfte und Eltern bereit. Im Mittelpunkt stehen die Sensibilisierung für Grenzverletzungen, die rechtliche Einordnung, Handlungsmöglichkeiten im Ernstfall sowie Präventionsansätze für Schule und Elternhaus. Besonders hilfreich sind die neuen Materialien zu KI-generierten Bildern und sexualisierten Deepnudes – einem Phänomen, das zunehmend auch Schulen betrifft.
Wie aktuell das Thema ist, zeigt auch der Jahresbericht 2025 von jugendschutz.net: Erneut wurden mehr als 15.000 Fälle im Bereich sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Netz bearbeitet. Gleichzeitig verschärfen frei verfügbare KI-Anwendungen bestehende Risiken, indem sie die Erstellung und Verbreitung manipulierter oder sexualisierter Darstellungen erheblich erleichtern. Der Bericht macht deutlich, dass Medienbildung, Prävention und die Handlungssicherheit von Lehrkräften wichtiger sind denn je.
Wie funktionieren eigentlich die Algorithmen hinter TikTok, Instagram oder YouTube? Warum sehen wir genau die Inhalte, die in unserem Feed erscheinen? Antworten auf diese Fragen liefert das kostenlose Serious Game THE FEED, das von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK – Die Medienanstalt für Baden-Württemberg) gemeinsam mit den Entwicklerstudios Playing History und Suspicious Games entwickelt wurde. Das Spiel richtet sich an Jugendliche ab etwa 12 Jahren und macht die Funktionsweise sozialer Medien, Algorithmen und Künstlicher Intelligenz auf eindrucksvolle Weise erlebbar. In vier miteinander verknüpften Geschichten übernehmen die Spielenden die Rolle eines Mitarbeitenden eines Social-Media-Unternehmens und entscheiden, welche Inhalte verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern angezeigt werden – mit dem Ziel, deren Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Dabei werden Themen wie Aufmerksamkeitsökonomie, personalisierte Werbung, Filterblasen, Datenschutz, Desinformation, Hate Speech und mentale Gesundheit greifbar und regen zur kritischen Reflexion der eigenen Mediennutzung an.

THE FEED ist kostenlos für Android und iOS erhältlich und wurde ausdrücklich für den schulischen Einsatz entwickelt. Die vier Kapitel dauern jeweils nur etwa fünf bis zehn Minuten und eignen sich daher hervorragend als motivierender Einstieg oder Diskussionsanlass im Unterricht – beispielsweise in den Fächern Deutsch, Ethik, Religion, Informatik oder Politik und Gesellschaft sowie im Rahmen der Medienbildung.

Besonders empfehlenswert sind die umfangreichen kostenlosen Begleitmaterialien, die parallel zum Spiel veröffentlicht wurden. Für Lehrkräfte steht ein über 80-seitiges Begleitheft mit Hintergrundinformationen, Unterrichtsvorschlägen, Reflexionsfragen und didaktischen Hinweisen zur Verfügung. Ergänzt wird dieses durch das Social-Media-Journal „MEIN FEED“ für Schülerinnen und Schüler, das zahlreiche kreative Aufgaben, Reflexionsanlässe und Arbeitsaufträge enthält und die Auseinandersetzung mit den Spielinhalten vertieft. Beide PDF-Materialien können direkt über die Projektwebsite heruntergeladen werden und machen THE FEED zu einem sofort einsetzbaren Unterrichtsangebot – ganz ohne zusätzliche Vorbereitung.
Wer auf der Suche nach datenschutzfreundlichen, kostenlosen und unkompliziert einsetzbaren digitalen Werkzeugen für den Unterricht ist, sollte einen Blick auf La Digitale werfen. Hinter dem Angebot steht der französische Lehrer und Entwickler Ludovic Deblois, der mit seiner Initiative eine beeindruckende Sammlung von inzwischen mehr als 80 webbasierten Anwendungen geschaffen hat. Ziel des Projekts ist es, Lehrkräften und Bildungseinrichtungen leistungsfähige Alternativen zu kommerziellen Plattformen bereitzustellen – ohne Werbung, mit einem klaren Fokus auf Datenschutz und größtenteils als Open-Source-Software.
Dadurch können die Anwendungen nicht nur frei genutzt, sondern vielerorts auch auf eigenen Servern betrieben und weiterentwickelt werden.
Besonders empfehlenswert sind beispielsweise Digipad, eine hervorragende Open-Source-Alternative zu Padlet für kollaborative Pinnwände, Digiboard für interaktive Whiteboards, Digiquiz zur Erstellung von Online-Quizzen, Digistorm für anonyme Umfragen und Abstimmungen sowie Digirecord, mit dem Audio- und Sprachaufnahmen direkt im Browser erstellt werden können. Ebenfalls äußerst praktisch sind Digilink zum Bündeln von Links, Digislides für einfache Präsentationen oder Digicode zum unkomplizierten Teilen von Programmcode. Alle Werkzeuge zeichnen sich durch eine übersichtliche Bedienung aus und lassen sich meist ohne Registrierung sofort im Unterricht einsetzen.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Die Plattform steht derzeit nur auf Französisch, Englisch und Italienisch zur Verfügung. Auch wenn die Benutzeroberflächen meist selbsterklärend sind, wäre eine deutschsprachige Version gerade für Schulen im deutschsprachigen Raum wünschenswert. Dennoch lohnt sich ein Blick auf La Digitale unbedingt – insbesondere für Lehrkräfte, die Wert auf offene Standards, Datenschutz und hochwertige, kostenfreie Werkzeuge legen. Viele der Anwendungen können kommerzielle Angebote problemlos ersetzen und bereichern den digitalen Unterricht um zahlreiche kreative Einsatzmöglichkeiten.
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